Nach dem Absturz einer DHL-Frachtmaschine in Litauen 2024 gehen Ermittler von einem Fehler der Swiftair-Crew aus. Mögliche Ursache: ein deaktiviertes Hydrauliksystem.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius geht davon aus, dass menschliches Versagen zum Absturz einer Swiftair-Frachtmaschine Ende 2024 geführt hat. Die Boeing 737-400 mit der Kennung EC-MFE war am 25. November 2024 im Auftrag von DHL unterwegs und stürzte kurz vor der Landung nahe des Flughafens Vilnius in ein Wohngebiet.

Wie die Behörde nun mitteilte, haben die bisherigen Ermittlungen ergeben, dass das Hydrauliksystem für die Landeklappen offenbar deaktiviert wurde – ein entscheidender Eingriff, der vermutlich zum Kontrollverlust und damit zum Absturz führte.

Swiftair-Absturz nahe Vilnius: Flugschreiber ausgewertet

Die Erkenntnisse beruhen auf der Auswertung der beiden Flugschreiber, der Analyse der Unfallstelle sowie auf Zeugenaussagen und weiteren Beweisen. Andere mögliche Szenarien konnten laut Generalstaatsanwaltschaft ausgeschlossen werden.

Bei dem Unglück kam ein Crewmitglied ums Leben. Die drei weiteren Besatzungsmitglieder – ein Deutscher, ein Spanier und ein Litauer – überlebten mit teils schweren Verletzungen. Die Swiftair-Maschine war auf einem nächtlichen Frachtflug von Leipzig nach Vilnius. Der Vorfall hatte international für Aufmerksamkeit gesorgt, da das Flugzeug in ein dicht besiedeltes Gebiet stürzte.