In den April geschickt zu werden, bringt bekanntlich Glück. Was haben sich deutsche Airlines, Airports und Hotels als Aprilscherz 2025 einfallen lassen?

April, April: Bekanntlich ist es guter alter Brauch, seine Mitmenschen am 1. April hinters Licht oder aufs Glatteis zu führen, in die Irre zu leiten, zum Narren zu halten – welche Umschreibung für einen Aprilscherz auch immer bevorzugt wird. Und je seriöser die erfundenen Geschichten daherkommen, desto größer der gewünschte Effekt.

Der Hamburger Flughafen schickte heute morgen kurz nach acht Uhr eine Presseinformation auf den digitalen Weg, in der inhaltlich der Fachkräftemangel mitsamt einer daraus resultierenden Maßnahme zur Bekämpfung thematisiert wird. So weit, so nachvollziehbar.

Neuer Kollege am Infoschalter des Hamburger Flughafens? Bild: Oliver Sorg/Flughafen Hamburg

Allerdings ist an diesem 1. April schnell von einer „ungewöhnlichen Partnerschaft mit den Ork-Regionen Mordor, Moria und Dol Guldur“ die Rede. In einem einmonatigen Pilotprojekt würden die Teilnehmenden als Verstärkung in verschiedenen Bereichen des Flughafenbetriebs eingesetzt. Dabei ginge es nicht nur darum, fachliche Kompetenzen zu vermitteln, sondern auch, den interkulturellen Austausch und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Dass Herr-der-Ringe-Autor Tolkien die Mitteilung verfasst hat, ist auszuschließen, der britische Schriftsteller starb bereits 1973. Doch seine Fabelwesen wie Orks, Elben und Hobbits sind offensichtlich so lebendig wie eh und je.

Blind Dating bei Eurowings

Eurowings sorgt sich dagegen offensichtlich um einsame Herzen und verkündete um kurz nach neun Uhr „Click & Connect“ – Europas erste Dating-Option auf Flugreisen. So biete der Carrier an Bord fortan nicht nur Fenster-, Mittel- und Gangplätze, sondern auch sogenannte „Flieb‘s Seats“ an.

Blind Dating bei Eurowings? Bild: Eurowings

Über eine neue Funktion im Buchungsprozess würde Eurowings so zusammenbringen, was sich vielleicht sonst am Gate verpasst hätte: Menschen mit Flugticket und Flirtpotenzial. Und das Blind Dating funktioniere spielerisch leicht.

Beim Buchen müsse man einfach nur das neue Feature „Click & Connect“ aktivieren, Dating-Präferenzen angeben, und schon lande man neben einem potenziellen Match. Die Zuteilung der Sitznachbarn erfolge auf Basis persönlicher Vorlieben und smarter Matching-Algorithmen.

Diese Bar wird man ab dem 2. April in Köln/Bonn wohl vergeblich suchen. Bild: Eurowings

Passend dazu habe Eurowings zudem am Heimatflughafen Köln/Bonn die Kennenlern-Bar „The Blind Gate“ eröffnet. Hier sollen sich Singles bereits vor dem Abflug treffen und einstimmen. Gleiches plane man übrigens auch für die Standorte Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart sowie am Flughafen Mallorca. Wer träumt sich da wohl als Aprilscherz in den siebten Himmel?

A&O Hostels: Schlafen im Stehen?

Vielleicht die Gäste von A&O-Hostels. Der Anbieter präsentierte parallel dazu seine zweifellos bahnbrechenden Steh-Schlaf-Boxen. Gemeinsam mit dem Snoozeford Institute und der Siesta State University, was es nicht alles gibt, habe man ein Konzept fürs Schlafen im Stehen entwickelt – „ganz ohne Medikamente, aber mit maximaler Effizienz“.

Sind Steh-Schlaf-Boxen nach dem 1. April tatsächlich ein Trend, der sich durchsetzen wird? Bild: A&O-Hostels

In den nur 0,5 mal 0,5 Quadratmeter großen klimatisierten Boxen würden Gäste erholsamen Schlaf im Stehen finden – platzsparend, nachhaltig und überraschend bequem. „Perfekt für einen kurzen Power Nap zwischendurch – und das schon für nur 50 Cent pro Stunde!“ Wenn das kein überzeugendes Konzept ist.

Der Swiss-Weg zu mehr Effizienz

Swiss setzt (zumindest am 1. April) aufs komplette Gegenteil: Hetzen statt Schlafen. Und das für mehr Pünktlichkeit und Effizienz im Flugbetrieb. Ab dem 1. Juli wolle man „Crew Shoe“ für alle Mitarbeitenden einführen. Der Schuh mit ausfahrbaren Rollen ermögliche es den Mitarbeitenden, sich schneller zwischen den Flugzeugen und innerhalb des Flughafens zu bewegen. Im Büro wird die Wegzeit von Meeting zu Meeting außerdem mehr als halbiert.

Swiss Crew Shoe: Auf dem Weg zu mehr Effizienz und Pünktlichkeit? Bild: Swiss

Der Schuh können sowohl als normaler Schuh getragen als auch bei Bedarf mit einem Klick auf Rollen umgestellt werden. Mitarbeitende würden damit bis zu 60 Minuten Wegzeit am Tag sparen. Das entspreche in etwa einem Flug von Zürich nach Paris.

Sportlich, sportlich am Flughafen Düsseldorf

Der Flughafen Düsseldorf möchte seinen Mitarbeitenden da sogar noch mehr abverlangen – zumindest dann, wenn man der Pressemitteilung von 9.45 Uhr Glauben schenkt: Sport auf der Startbahn? Liegestütze auf dem Rollfeld? Was ungewöhnlich klingt, sei seit Kurzem Alltag für besonders sportliche Mitarbeitende des Airports, heißt es.

Werden DUS-Mitarbeiter nach dem 1. April wirklich jeden Mittwoch erst einmal mehrere Kilometer über Asphalt joggen? Bild: Flughafen Düsseldorf

„DUSaktiv“ sei ein neues Programm, bei dem die Start- und Landebahn in den frühen Morgenstunden zum Hotspot für Bewegung, Motivation und Teamgeist werde. Und: Nachdem sich DUSaktiv als feste Trainingsroutine am Airport etabliert habe, werde das Programm nun auch Sportvereinen aus der Nachbarschaft offenstehen.

Ellen Kirschenfauth, Leiterin Human Resources am Airport, wird folgendermaßen zitiert: „Unsere Kolleginnen und Kollegen sprinten zukünftig nicht nur für bessere Prozesse im Terminal, sondern jetzt auch mittwochs immer über die Startbahn. Ein revolutionärer Ansatz!“ Am DUS sei man eben auch „in Sachen Fitness einen Schritt voraus“, erklärt Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Flughafen Düsseldorf GmbH.

Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Düsseldorf GmbH, sei ebenfalls vom Programm überzeugt. „Und deswegen öffnen wir unser einzigartiges Trainingsgelände jetzt auch für Vereine aus der Nachbarschaft. Denn als exzellenter Airport brauchen wir nicht nur ein fittes Team, sondern auch starke Nachbarn.“ Das gilt sicher nicht nur am 1. April.